2. Urlaubspralinchen – ein perfekter Start? #frankundfreiSinnreichreisen

Wer das erste Mal in Paris ist, muss natürlich die wichtigsten Sehenswürdigkeiten abklappern. Auf jeden Fall sollte auch die Kathedrale Notre-Dame darunter sein.


Dafür eignet sich der Sonntagmorgen besonders. Von der Metro-Station muss man noch ein paar Ecken laufen, bis man die trutzigen Türme endlich sieht. Und gleich auf den zweiten Blick sieht man die Warteschlange, die sich über den gesamten Vorplatz schlängelt. „Oh nein! Bis wir in der Kirche sind, ist die Messe vorbei“, befürchtet mein Mann. Ich grinse. Ob in Canterbury, Dublin, Rom oder Paris – bisher bin ich überall pünktlich zur Messe gekommen.

Zügig gehe ich an der Schlange vorbei und halte auf den rechten Eingang zu. Meine Begleiter haben Mühe, Schritt zu halten. Ein Security-Mann fragt mich, wo ich hin will. „Ici pour la messe?“, frage ich ihn und deute auf den Eingang links von ihm, während sich rechts die Touristenströme langsam aber stetig vorwärts schieben. Er nickt und lässt uns passieren. Wir sind so rechtzeitig, dass wir im vorderen Mittelschiff drei Sitzplätze nebeneinander finden. Auf dem Liedblatt, das verteilt wird, sind neben den Liedern auch die Texte der Lesung und des Evangeliums auf Französisch und Englisch abgedruckt, so dass wir die „messe pour les nationes“ und ihren Ablauf problemlos mitfeiern können. Wer also am Sonntag um 11.30 Uhr in der Kirche ist, erlebt eine musikalische Eröffnung mit imposantem Orgelspiel und großem Einzug, die dem altehrwürdigen Gotteshaus eine ganz besondere Atmosphäre beschert. Die gesangliche Darbietung der vier Solisten ist ein Genuss, und die vielen Menschen aus aller Herren Länder lassen mich die buchstäbliche Bedeutung von katholisch begreifen: allumfassend, weltumspannend.

Wer früher den Tag beginnen will, kann auch die Messe mit gregorianischem Gesang besuchen (wenn ich mich recht erinnere, um 8.00 Uhr). Ob diese nur im August angeboten wird und zu welcher Uhrzeit müsst ihr allerdings selbst herausfinden. Doch glaubt mir, das Feiern einer Messe in Notre-Dame ist ein besonderes Erlebnis, das tatsächlich „selig“ macht und das Herz ergreift. Ein Moment der Besinnung und Sammlung, bevor wir uns in die Hektik der nächsten Sehenswürdigkeiten stürzen.

Für mich der optimale Start in eine Zeit mit schmerzenden Füßen, voller Blickfänge und Aussichten, fremder Gerüche, Geräusche und Geschmacksempfindungen.

Dieser Beitrag wurde unter Allgemein veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.