29. Juni – heute ist das letzte Treffen…

… der Schreibwerkstatt im Neusser Kulturforum Alte Post. Von den zwölf Abenden habe ich einen versäumt. Zeit für eine Bilanz:
Auch wenn man schon einige besucht hat, jede Schreibwerkstatt ist anders, sie lebt von den Teilnehmern, von ihren Texten und Beiträgen.
Was man dort lernt?
Einiges, was man auch in Büchern von James N. Frey „Wie man einen verdammt guten Roman schreibt“ oder Hans Peter Roentgen „Vier Seiten für ein Halleluja“ lesen kann.

Aber noch mehr, was man eben nicht in Büchern lesen kann:
Man lernt neue Gesichter und Gedanken kennen, neue Schreibstile und Erzählstimmen. Man lernt, sich mit Themen und Menschen auseinander zu setzen, denen man wahrscheinlich nie begegnet wäre – ein besonderer Reiz, wenn es keine Altersbegrenzung gibt, wenn sich die fünfzehn- und sechzehnjährigen in der Gruppe genau so wohl fühlen wie die fünfzig- und sechzigjährigen.
Man lernt, neugierig zu bleiben und offen, sich nicht ins stille Kämmerlein der eigenen Kreativität zurückzuziehen, sondern sich mit seinen Texten der Meinung anderer zu stellen. Dann lernt man, ob der eigene Text andere anspricht, ob er funktioniert, ob bei den anderen ankommt, was man ausdrücken wollte. Man lernt, auf den ein oder anderen zu hören, gemeinsam nach dem richtigen Wort zu suchen und es zu finden.

Nach zwölf Wochen ahne ich, dass mir nächste Woche etwas fehlen wird, dass ich den regen Austausch vermissen werde (haben in unserem Eifer nie pünktlich Schluss gemacht!).
Wie schön, dass heute noch einmal Schreibwerkstatt ist und der Abend diesmal im Café ausklingt.
Im Herbstsemester wird wieder eine Schreibwerkstatt angeboten. Vielleicht melde ich mich ja doch wieder an…

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