3. Urlaubspralinchen – Licht und Schatten über Sacré-Coeur #frankundfreiSinnreichreisen

Paris – ein Montag im August 2017
Ich bin vor dem Wecker wach. Vom Bett aus habe ich einen fantastischen Blick über die Dächer von Paris. Der Himmel ist frisch geputzt, nicht ein Wölkchen zu entdecken.
Am Frühstücksbüffet wappnen wir uns für einen langen Tag mit Joghurt und Obst, warmen Crêpes, Croissants, dunklem Brot, Rührei, Speck und Tomaten, frischen Fruchtsäften, Wasser und natürlich Kaffee. Die Metro bringt uns in wenigen Augenblicken nach Montmatre, wo wir den Hügel zur Kathedrale hinaufklettern und dabei in den schmalen Gassen einladende Boutiquen, zauberhafte Cafés und verlockende Läden für Schreibwaren und Mitbringsel entdecken. Ich widerstehe dem Drang, hineinzugehen und zu stöbern, und hege die Hoffnung, dafür auf dem Rückweg Zeit zu haben.
Jetzt wollen wir erst einmal hoch hinauf: auf die Türme von Sacré-Coeur. Der Funiculaire bringt uns zum Fuß der Kirche, die wie ein Sahnehäubchen über Paris thront.
Vor dem Gebäude windet sich eine Warteschlange über den Gehweg, die sich aber stetig vorwärts bewegt. Dennoch ist Schatten rar und gefragt. Die Sonne hat bereits am frühen Vormittag enorme Kraft. Für alle Fälle habe ich einen leichten Schal dabei. Wenn es windig ist, schützt er meine Ohren. Heute dient er als Kopf- und Nackenschutz gegen zu viel Sonne. Von der Treppe unterhalb dringt Harfenmusik an unsere Ohren. Dann haben wir die Sicherheitskontrolle passiert. Die nächste Schlange bildet sich vor dem Turm und bewegt sich wesentlich langsamer. Aber wir stehen im Schatten und haben Urlaub … nur die Wasserspeier über unseren Köpfen grinsen frech.
Dreihundert Stufen sollen es bis zur Kuppel sein. Gezählt haben wir sie nicht. Nach den ersten hundert Stufen linksherum, windet sich die Treppe rechtsherum den Turm hinauf. Ich komme ordentlich ins Schnaufen. Die Chinesinnen weit hinter uns haben noch Luft zum Erzählen. Wie machen sie das nur? Die letzten Stufen zur Kuppel führen über die Dächer. Dann liegt uns Paris zu Füßen. Wow! Natürlich zücken wir die Handys und machen tausende Fotos.

In der Kirche dürfen wir das nicht. Der mittlere Bereich ist zum Beten abgeteilt und der Ordner pfeift die Frau mit dem Sonnentop und den Hotpants gnadenlos zurück. Sie darf die Kniebank im hinteren Bereich der Kirche benutzen.
Jetzt haben wir uns eine Erfrischung verdient. Im Schatten der Kirche schlürfen wir Eistee & Eiskaffee. Und verschnaufen ein wenig.
Abseits der Touristenströme führt unser Weg am flinken Kaninchen vorbei (Au Lapin Agile) zum Friedhof. Dort finden wir wohltuende Ruhe, schattige Wege und das Grab von Heinrich Heine.
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